Auftaktkonferenz zum ExWost-Forschungsfeld
Urbane Strategien zum Klimawandel Austausch von Praxis und Wissenschaft
erstellt von Hein-Godehart Petschulat.
Worum geht es?
Der Klimawandel schreitet voran. Städtische Räume sind Verursacher, aber auch besonders vom Klimawandel betroffen. Die gebaute Umwelt, Häuser und Infrastrukturen, Quartiere und ganze Städte reagieren besonders sensibel auf die absehbare Veränderung des Klimas (Hochwasser, Extremwitterungen, hochsommerliche Hitzeperioden).
Städte und Unternehmen der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft sind gefordert, integrierte Strategien zum Schutz vor und zur Anpassung an den Klimawandel zu entwickeln.
Im ExWost-Forschungsfeld sind zwei Forschungsschwerpunkte gestartet:
- Kommunale Strategien und Potenziale zum Klimawandel
- Immobilien- und wohnungswirtschaftliche Strategien und Potenziale zum Klimawandel.
Was war der Anlass für die Konferenz?
Auf der Auftaktkonferenz wurde das neue ExWoSt-Forschungsfeld „Urbane Strategien und Potenziale zum Klimawandel“ einer breiten Fachöffentlichkeit vor 300 Teilnehmern vorgestellt. Im Mittelpunkt stand dabei die Präsentation der beiden Forschungsschwerpunkte mit ihren Modellkommunen und Pilotprojekten sowie die Diskussion ihrer jeweiligen Forschungsansätze. Darüber hinaus wurde ein breites Spektrum der damit zusammenhängenden Untersuchungs- und Handlungsfelder zur Herausforderung Klimawandel umrissen und gemeinsam mit Praktikern und Wissenschaftlern, Vertretern von Unternehmen und Kommunen, Stadtplanern, Ingenieuren und Architekten, Projektfinanzierern und Stadtklimatologen diskutiert.
Was sind die Ergebnisse der Konferenz?
Dokumentation der Auftaktkonferenz zum Download als pdf
Städte müssen sich schon jetzt, auch aufgrund der Langlebigkeit gebauter Infrastruktur, auf den Klimawandel vorbereiten. Sie können dies auch, denn trotz Unsicherheiten bei den Klimaprojektionen zeigten die Vorträge, Präsentationen der Modellvorhaben und Pilotprojekte wie auch die fachlichen Arbeitsgruppen neben Fortschritten bei den Klimaprojektionen und lokalen Wirkfolgen bereits eine Vielzahl konkreter Handlungsmöglichkeiten. Die Modellstädte und Pilotprojekte sind auf dem richtigen Weg, vor dem Hintergrund der spezifischen lokalen Situation konkrete Strategien zum Klimawandel zu entwickeln, wie die vielen Diskussionsbeiträge auf der Konferenz zeigten.
Dennoch stand im Rahmen der Diskussionen immer wieder die Frage im Mittelpunkt, wie die verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse verbreitet in praktisches Handeln münden können. Städte wie auch Wohnungs- und Immobilienwirtschaft brauchen hier weitere Unterstützung durch Forschung und Information bis hin zur Rechtssetzung und Förderung. So wurde wiederholt die Verbesserung der Datengrundlagen gefordert. Hierzu dienen zum einen der vertiefte Austausch über Zwischenergebnisse der Forschungsprojekte zur Klimafolgenforschung, zum anderen eigene Analysen und die Unterstützung von Modellvorhaben und Pilotprojekten durch den Deutschen Wetterdienst (DWD). Entscheidungsunterstützungssysteme helfen bei der Verbreitung guter Beispiele und der Erarbeitung integrierter Maßnahmen. Wichtig ist aber auch eine Weiterentwicklung des Förderinstrumentariums wie des Städtebaurechts zum Klimawandel.
Auch wenn die Klimaanpassung im Kontext mit dem Klimaschutz gesehen wird, so zeigte sich in der Diskussion, dass hier zusätzliche Akteure, neue Kooperationen und mit Blick auf die Unsicherheiten bei den Klimaprojektionen neue Herangehensweisen erforderlich sind. Notwendig ist eine Integration der absehbaren Trends und Herausforderungen: Klimawandel, demografischer Wandel, technische Entwicklung und ökonomische Veränderungen werden dazu führen, dass sich Wohnungs- und Immobilienunternehmen genauso wie Städte auf eine andere Zukunft vorbereiten müssen. In Zeiten knapper Kassen muss es hier vor allem darum gehen, Kooperationen zu initiieren und integrierte Strategien zu entwickeln. Der Information und der Einbeziehung von Zivilgesellschaft und Wirtschaft kommt ein hoher Stellenwert bei. Denn es ist einerseits von einer breiten Betroffenheit durch die Folgen des Klimawandels und andererseits von einer Notwendigkeit zur Intensivierung der Klimaschutzbemühungen mit dem Ziel der Beschränkung der globalen Erderwärmung auf die Obergrenze von 2°C auszugehen.
Modellkommunen und Pilotvorhaben zeigten sich sehr interessiert an einem Austausch: Man hat jeweils unterschiedliche Perspektiven und Ansätze, von denen man gegenseitig lernen möchte.
Wie geht es weiter?
Die Ergebnisse der Konferenz werden im Rahmen einer Broschüre aufgearbeitet und danach voraussichtlich im Frühherbst auch hier eingestellt.
Vor allem aber greifen die Forschungsschwerpunkte die Ergebnisse der Auftaktkonferenz auf und nehmen mit ihren Pilotprojekten und Modellkommunen die zentralen Fragen in Angriff. Die Ergebnisse dieser Arbeit werden dann 2012 im Rahmen einer Abschlusskonferenz breit vorgestellt.